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Prof. Dr. Edgar Maiß

Der Weg zur Biologie, den Gartenbauwissenschaften und der Pflanzenbiotechnologie

In der 12. und 13. Klasse des Gymnasiums hatte ich Gelegenheit in der Arbeitsgruppe "Biologie" mitarbeiten zu dürfen. Für den Biologieunterricht haben wir z.B. zu Demonstrationszwecken Gehörknöchelchen von Hühnern und Schweinen präpariert (kein Scherz!) und in Kunstharz eingebettet. Mit heute geradezu grotesk anmutenden experimentellen Ansätzen haben wir damals versucht, die Größe des "blinden Flecks" im Sehfeld von Personen zu erfassen. Da ich das alles sehr spannend fand, wollte ich mehr über biologische Zusammenhänge wissen und entschloss mich Biologie zu studieren. Irgendwann im Laufe des Biologiestudiums musste ich erkennen, dass viele Fragestellungen in der Biologie einen sehr akademischen Charakter hatten und nicht sehr anwendungsorientiert waren. Hinzu kam, dass mein Interesse an zoologischen Objekten zu arbeiten, auch nicht gerade sehr ausgeprägt war. Worauf konnte ich mich also spezialisieren? Es sollte etwas sein, was mit Pflanzen zu tun haben und möglichst auch noch praktisch nutzbar sein sollte. Glücklicherweise fand ich diesen Bereich in der Beschäftigung mit Pflanzenkrankheiten und hier speziell mit Pflanzenviren.

Seit nunmehr 25 Jahren faszinieren mich diese nur mit dem Elektronenmikroskop sichtbaren Krankheitserreger. Fast in jeder Pflanze lassen sich Viren nachweisen und es sind bei Weitem noch nicht alle entdeckt. Obwohl sie sehr schlicht aufgebaut sind und nur über eine sehr begrenzte Erbinformation verfügen, sind ihr Wechselspiel mit Pflanzen, ihre Übertragung z.B. mit verschiedenen Insekten und die Mechanismen ihrer Verbreitung in unterschiedlichen geographischen und klimatischen Zonen hoch komplex. Nicht zuletzt verursachen einige Pflanzenviren erhebliche Schäden, so dass Diagnose- und Bekämpfungsmöglichkeiten entwickelt und erprobt werden müssen.
Es ist mir eine Freude, mein Wissen über Pflanzenviren an Studierende weiterzugeben und diese zu motivieren, sich mit biologischen Phänomenen aktiv auseinander zu setzen. Wer allerdings glaubt, dass sich bei mir nur noch alles um die Forschung und Lehre dreht, dem könnte ich gut und gern auch eine Reihe von außerberuflichen Interessen und Aktivitäten schildern. Nur soviel sei gesagt, neben einem guten Buch und einem Latte Macchiato weiß ich auch sehr lange Läufe durch die Natur oder verschiedene Städte mit anschließendem Weizenbiergenuss zu schätzen.

 

 

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